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Das totgebissene Schaf

Ein totes Schaf und ein Schild mit der Aufschrift „Frohe Ostern wünscht der Wolf“ haben gestern in Innerraschings für Aufsehen gesorgt. Hat ein Wolf das Tier gerissen oder waren es andere Tiere?

von Erna Egger

Die Aktion sorgte am Ostermontag in Innerratschings für großes Aufsehen: Der Bauer des Flinglhofes hat auf seinem Grundstück, neben der Hauptstraße, ein Schild aufgestellt, mit der Aufschrift „Frohe Ostern wünscht der Wolf“. Neben dem Pappkarton lag ein totgebissenes Schaf.

„Es ist eine Art Protestaktion“, sagt Benjamin Rainer Wieser, Pächter des Flinglhofes.

Zum Übergriff kam es am Samstagabend gegen 21.00 Uhr: Seine Herde mit 15 Schafen hielt sich unterhalb des Waldes auf. „Ich merkte, dass etwas nicht stimmt, weil die Herde plötzlich aufgeschreckt herabwärts lief“, so der Bauer.

Anfangs konnte er das totgebissene Tier nicht finden, erst am Sonntag hat der Bauer den Kadaver ausfindig gemacht. „Außerdem fehlt jetzt noch ein zwei Wochen altes Lamm“, beklagt Rainer Wieser.

Am Ostermontag in der Früh hat er das tote Tier samt dem beschrifteten Karton nähe der Hauptstraße deponiert, um auf das Vorgefallene aufmerksam zu machen.

Indes haben sich auch Peter Faistnauer, Abgeordneter des Teams Köllensperger, und Ex-Bürgermeister von Freienfeld, sowie Zeno Frei, Gemeindereferent in Freienfeld, zum „Tatort“ begeben. Die beiden haben ein kurzes Video aufgenommen, indem der Landtagsabgeordnete anprangert, dass der Südtiroler Bauernbund und die SVP das Thema auf den Herbst verschieben. Er fordert von den Verbandsverantwortlichen klare Stellungnahmen und eine Aufklärung darüber, wann und durch wen Vergrämungsmaßnahmen eingeleitet werden. Das Video wurde auf Facebook gepostet.

Ob wirklich ein Wolf das Schaf getötet hat, ist noch nicht klar. „Ich bin mir dessen aber sicher“, betont Rainer Wieser. Gestern haben die Forstbehörden Proben entnommen, die nun ausgewertet werden. Das tote Tier wurde nach wenigen Stunden abtransportiert.

Der Wolf ist seit Wochen ein großes Thema im Wipptal: Nachdem einige Tiere in Freienfeld gesichtet wurden, haben mehr als 400 Bauern und andere besorgte Gemeindebürger bei einem Informationsabend in Stilfes ihrem Ärger über das Auftauchen von Wölfen Luft gemacht.

Bei einem weiteren Treffen der Bauernbund-Ortsobleute des Wipptals wurde über die Auswirkungen der Wolfspräsenz auf die Almwirtschaft diskutiert. Die Obmänner befürchten, dass einige Tierhalter ihr Vieh heuer aus Angst vor Rissen nicht mehr auftreiben werden. Dies werde sich negativ auf den Erhalt der Almen und das Landschaftsbild auswirken, so die Ortsobleute. Sie fordern daher, dass alles unternommen wird, damit der Bezirk wolfsfrei bleibt. Um auf die Gefahr für den Fortbestand der Almwirtschaft hinzuweisen, beteiligt sich der Bauernbund-Bezirk an einer europaweiten Protestaktion. Bei der Aktion, die am 10. Mai stattfindet, sollen Mahn- und Solidarfeuer entzündet werden. Die Wipptaler Ortsobleute rufen alle Landwirte und Freunde der Almbeweidung zur Teilnahme auf.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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