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Grillen im Biotop

Nach der Schließung der Falschauer-Wiesen in Lana hat sich die Grill- und Freizeit-Szene in das danebenliegende Biotop verlagert. Das führt zu handfesten Konflikten und dem Ruf nach strengeren Kontrollen.

von Karin Gamper

Mitten im Sommer 2017 platzte dem Bürgermeister von Lana endgültig der Kragen: Harald Stauder verfügte die umgehende Schließung der Grillplätze in den Falschauer Wiesen. Der Grund: die Naherholungszone wurde zusehends von großen Gruppen von Nicht-Lananern genutzt, die Wiesen waren an den Wochenenden hoffnungslos überfüllt, was wiederum zu hygienisch-sanitären und Müllproblemen führte. Seit 2018 sind die Grillplätze den Lananern vorbehalten.

Nun stellt sich heraus: diese Maßnahme hat das Problem nicht aus der Welt geschafft, sondern lediglich verlagert. Und zwar in das angrenzende Falschauer-Biotop zum idyllisch gelegenen Fischerteich. Dort wiederholt sich nun das Spektakel: sobald es die Temperaturen zulassen wird dort trotz aller Verbote gegrillt, gebadet, laut Musik gehört, große Hunde werden von der Leine gelassen.  Kurzum: das einst idyllische Plätzchen mit der geschützten Flora und Fauna verwandelt sich von Frühjahr bis Herbst zum Tummelplatz für erholungssuchende Städter-Gruppen.

Das führt zu handfesten Konflikten mit dem Fischereiverein Lana-Marling-Tscherms. Dieser hat die Konzession für das Areal inne und wacht im Biotop über die Einhaltung der Regeln und die Sauberkeit  (siehe dazu auch eigenen Info-Kasten). Doch das wird zunehmend schwierig: wie es heißt, sollen die Fischer, die die anwesenden Griller und Schwimmer auf die Verbotstafeln hinwiesen, offen bedroht worden sein. Der Verein fordert deshalb mehr Kontrollen seitens des Landes und der Sicherheitsbehörden. 

Peter Kasal vom zuständigen Landesamt für Landschaftsökologie bestätigt, dass das Benehmen der Besucher in den Schutzgebieten generell degradiere. „Die Regeln werden immer häufiger missachtet und Sensibilisierungsmaßnahmen allein reichen hier nicht mehr aus“, sagt Kasal, „es braucht mehr Kontrollen“. Doch sein Amt sei dafür nicht zuständig: „Wir verwalten die Biotope, für die Überwachung sind die Forstbehörde, die Ortspolizei und die Carabinieri zuständig“. 

Peter Klotz, Chef des Forstinspektorats in Meran, winkt ab: „Auch wir Uniformierten wurden schon bedroht, denn heutzutage verträgt niemand mehr eine Mahnung“. Dabei führe sein Amt sehr wohl Kontrollen durch: „Allerdings können wir nicht Tag und Nacht im Falschauer-Biotop Wache schieben“, ergänzt Klotz. Das Problem sei nicht neu und verschärfe sich durch die Parallel-Nutzung des Areals für Fischerei und Freizeit-Gestaltung. 

Die Fischer wollen die Inbesitznahme ihres Teichs nicht so einfach hinnehmen. Sie haben deshalb um eine Aussprache bei der zuständigen Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer angesucht. „Wir hoffen“, sagt einer von ihnen, „dass sie uns helfen kann“.

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