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„Ästhetisch schön“

Das Snohetta-Projekt: Seilbahn mit Museumsquartier

Das Museumsquartier-Monopoly dreht sich nach der Kommissions-Entscheidung von Ötzi auf den Virgl weiter: Wie sieht es mit den möglichen Alternativen Ex-INA-Haus und Ex-Pascoli-Schule aus?

von Thomas Vikoler

Er ist vor einer Woche an der Hüfte operiert worden und kann sich bereits heftig aufregen: Etwa über den Vorschlag der Fünf-Sterne-Bewegung, das Museumsquartier in der Ex-Pascoli-Schule in der Freiheitsstraße unterzubringen. Dort, wo eigentlich das Bibliothekszentrum erreichtet werden soll.

„Dort wird Ötzi niemals unterkommen“, sagt Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi am Telefon. Warum? „Das Grundstück dort gehört der Gemeinde Bozen und ist an das Projekt Bibliothekszentrum gebunden“. Um dies zu ändern, müsste der Gemeinderat einen neuen Beschluss fassen. Caramaschi ist weiter davon überzeugt, dass es das Zentrum auch in Zeiten der digitalen Aufrüstung braucht. „Wir brauchen schließlich einen Platz für die Stadtbibliothek, denn im Ex-INA-Haus wurden uns gekündigt und wir müssten eigentlich ausziehen“.

Arno Kompatscher und Renzo Caramaschi (Archivbild)

Das Ex-INA-Haus an der Talferbrücke ist der zweite mögliche Standort, der nun – etwa seitens des Bozner SVP-Vizebürgermeisters Christoph Baur – als idealer Standort für das Museumsquartier genannt wird. Und dies trotz des Ausschlusses des Tosolini-Angebots aus dem Marktrecherche-Wettbewerb, den bekanntlich am René Benkos Signa mit dem Standort Virgl gewonnen hat. Tosolini hatte vergangenes Jahr sein Angebot für das Gebäude, in dem derzeit die Stadtbibliothek untergebracht ist, auf 19 Millionen Euro erhöht. Dies, nachdem Caramaschi die Verhandlungen öffentlich gemacht hatte. Das Land zog sich zurück.

Es wird spekuliert, dass Tosolini den Ausschluss aus dem Wettbewerb durch einen Formfehler selbst provoziert hat, um weiter mit dem Land über einen Verkauf verhandeln zu können.

Das Ex-INA-Haus hält auch Bürgermeister Caramaschi für geeignet, es ließe sich gut mit einer Erweiterung des benachbarten Stadtmuseums kombinieren. In den Schubladen des Urbanistikamtes liegt seit vielen Jahren ein genehmigtes Erweiterungsprojekt mit einem geplanten Kostenaufwand von acht Millionen Euro. Obwohl im Haushalt immer wieder Gelder dafür vorgesehen waren, wurde es nie realisiert.

Nun zum Virgl. Caramaschi bezeichnet das von Signa vorgelegte Projekt als „ästhetisch schön“, weiß aber auch wie dornig die Angelegenheit für ihn ist. Deshalb gibt er sich zurückhaltend: „Der Ball liegt bei der Landesregierung. Erst wenn sie entschieden hat, was sie machen will, werden wir einbezogen. Denn es geht ja auch um die Zukunft des Stadtmuseums“, betont der Bürgermeister in der Reha-Phase.

Für ihn ist das Projekt Museumsquartier, so sagt er, „nicht prioritär“ und er geht davon aus, dass auch das Land nicht so schnell eine Entscheidung darüber treffen wird, was es mit dem Ergebnis der Marktrecherche macht. „Im Stadtrat gibt es derzeit keinen Anlass, über das Thema zu diskutieren“, sagt Caramaschi. Wissend, dass die Bozner SVP nie einer Verlegung von Ötzi und dem Stadtmuseum auf den Virgl zustimmen wird.

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