„Ich habe nichts getan“
Die Übergriffe am Freitag im Flüchtlingsheim in Brixen haben italienweit für Aufsehen gesorgt. Aber was ist wirklich geschehen?
Ein junger U-Häftling aus Nigeria wirft sich im Bozner Gefängnis vor den vor ihm stehenden Richter Walter Pelino und ruft: „Ich habe nichts getan“. Es handelt sich um jenen 19-Jährigen, der am vergangenen Freitag am Eingang des Flüchtlingszentrums in der Ex-Schenoni-Kaserne in Brixen verhaftet worden ist.
Jener junge Mann, der laut einer Twitter-Mitteilung von Innenminister Matteo Salvini von Sonntag die Verantwortliche des Zentrums „vergewaltigt“ hat.
„Ein Fall für eine Ausweisung nach dem Salvini-Dekret“, schreibt der Minister.
Die mediale Dynamik setzte ein: Der Fall aus Brixen wurde, auf der Grundlage einer nicht recherchierten Meldung der Nachrichtenagentur ANSA, zu einer Schlagzeile in den Sonntagabendnachrichten mehrerer nationaler Nachrichtensender.
Dabei basiert er auf einer Fehlinformation, denn vergewaltigt wurde am Freitag in der Schenoni-Kaserne niemand.

Julia Unterberger
SVP-Senatorin Julia Unterberger kritisiert das Vorgehen des Innenministers scharf: „Mit einem Tweet hat Salvini eine Nachricht verbreitet, die nicht der Wahrheit entspricht.“ Es sei klar, so Unterberger, dass derartige Vorfälle in einem Flüchtlingsheim nicht passieren dürfen. „Auch aus diesem Grund dürfen Flüchtlinge mit psychischen Problemen nicht in diesen Strukturen untergebracht werden“, so die SVP-Senatorin, die davon ausgeht, dass das Salvini-Dekret die Situation nicht verbessern werde.
LESEN SIE IN DER HEUTIGEN PRINT-AUSGABE:
*Was im Brixner Flüchtlingsheim wirklich vorgefallen ist
*Das Interview mit Heim-Leiterin Wilma Huber
*UND: Wie es um die psychische Gesundheit des 19- Jährigen steht.
Kommentare (86)
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