Die Grillini-Maut

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Die 5-Sterne-Bewegung fordert eine PKW-Maut für das gesamte Stadtgebiet von Bozen mit Ausnahme der Industriezone.
Von Thomas Vikoler
Vor kurzem erklärte Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi, er besitze keinen Zauberstab zur Eindämmung der verkehrsbedingten Umweltbelastung. Die Ratsfraktion der Fünf-Sterne-Bewegung glaubt ihn – nicht zum ersten Mal – in der Hand zu haben.
Vor allem in der Person von Pierluigi Gaianigo, dem früheren WWF-Vorsitzenden in Südtirol.
Er präsentierte gestern zusammen mit Fraktionssprecher Paolo Giacomoni und Rätin Maria Teresa Fortini seine Alternative zur aktuellen Mobilitätsplanung der Gemeindeverwaltung.
„Die angekündigte Tram ist zwar nützlich und notwendig, kann aber, und das vielleicht in acht Jahren, höchstens zehn Prozent des PKW-Individualverkehrs auffangen“, sagt Gaianigo, „das reicht bei weitem nicht, aus, denn die Zahl der Pendlerfahrzeuge liegt derzeit bei täglich 60.000“. Der beschlossene Ausbau der Einsteinstraße fördere dagegen sogar den PKW-Verkehr.
Deshalb nehmen die Grillini einen Vorschlag auf, mit dem sich der damalige grüne Verkehrsstadtrat Stefano Fattor im Jahre 2005 nicht durchsetzen konnte: Die Einführung einer Stadtmaut für die Landeshauptstadt. „Die Pendler müssen am Stadtrand abgefangen werden bzw. davon abgehalten werden, ins Auto zu steigen“, sagt Gemeinderätin Maria Teresa Fortini.
2005 hatte Fattor bei englischen Experten eine Studie in Auftrag gegeben, welche eine City Maut für mehr oder weniger das gesamte Stadtgebiet (Ausnahme: Industriezone) vorsah. Nach dem Vorbild von Mailand sollte für die Liste 5 Stelle für Bozen eine Maut von fünf Euro pro Tag berechnet werden – insbesondere zu Stoßzeiten. Von einer Maut ausgenommen werden sollten Fahrtgemeinschaften und Elektrofahrzeuge. „Es geht darum, die Bevölkerung vor der gesetzeswidrigen Umweltbelastung zu schützen. Darüberhinaus könnte die Gemeinde damit jährlich sieben bis acht Millionen Euro einnehmen“, rechnet Gaianigo vor. Ein PKW-Ticket für Bozen sei vergleichsweise kurzfristig – in eineinhalb Jahren – einführbar.
Die Fahrgemeinschaften, das sogenannte Car Pooling, sollte durch eine eigene Website gefördert werden, denn es sei unmöglich, genügend Pendlerparkplätze am Stadtrand zu errichten. Deshalb die Empfehlung der Grillini an alle Pendler: Das Auto gleich zu Hause zu lassen bzw. Fahrgemeinschaften zu bilden
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