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Die Schwergeburt

Mit seiner Entscheidung, die Kandidatensuche noch einmal „aufzumachen“, stößt SVP-Chef Philipp Achammer die Bezirksobmänner vor den Kopf. Ob die Basis-Befragung den gewünschten Erfolg bringen wird, ist fraglich.

von Matthias Kofler

Philipp Achammer hat im Moment alle Hände voll zu tun. Seit Tagen trudeln im SVP-Sitz in der Brennerstraße Vorschläge potentieller Landtagskandidaten ein. Mittlerweile liegen 70 Namensvorschläge auf dem Tisch des Obmanns. Es sind fast alles bekannte Gesichter aus dem Vereins- und Verbandswesen, etwa Martina De Zordo (Jugendring), Wolfram Gapp (Feuerwehren) oder Pepi Fauster (Musikkapellen). Auch die amtierenden Mandatare sowie bereits feststehende Kandidaten werden von der Basis vorgeschlagen. „Es ist nicht so, dass hier jemand einfach seinen Nachbarn ins Spiel bringt“, unterstreicht Achammer.

Dabei ist die Entscheidung des Obmanns, die Suche noch einmal „aufzumachen“, um über die Basis zusätzliche Kandidaten zu finden, parteiintern nicht unumstritten. „Das kommt zu spät und bringt eh nichts. Man hätte die Mitglieder, wenn schon, ein, zwei Monate früher anschreiben müssen“, sagt ein Bezirksobmann. Ein anderer meint: „Ich lasse mich gerne überraschen, welche neuen Namen uns der Obmann da präsentiert.“ Dass nun auch „Rebellen“ wie die Bürgermeister Ulrich Veith oder Andreas Colli auf die Liste gesetzt werden sollen, sei aber problematisch: „Die spucken in den Teller, von dem sie essen.“

Der Achammer-Aufruf bringt nun die Bezirkspläne gehörig auseinander. Diejenigen, die schon fest von einem Listenplatz ausgegangen sind, müssen vielleicht noch einmal zittern. Helmuth Renzler beispielsweise „sitzt schon auf Nadeln, weil er glaubt, dass man ihn im Bezirk abschießen wird“, sagt ein Mitglied der Parteileitung.

Achammer verteidigt seine Entscheidung: „Das ist keine Delegitimierung für die schon Vorgeschlagenen. Es muss aber der Anspruch einer offenen Volkspartei sein, die attraktivsten, besten und fähigsten Kandidaten auf der Liste zu haben.“

Am Dienstag endete die Einreichfrist. Wege der Schwierigkeiten bei den Postzustellungen will der Obmann noch zwei Tage warten, um ein erstes Fazit zu ziehen. Im Moment ist Achammer dabei, die Vorgeschlagenen zu kontaktieren, um sie zu fragen, ob grundsätzlich ein Interesse für eine Kandidatur bestehe. Fixe Zusagen gibt es noch keine. „Einige haben sich ein paar Tage Bedenkzeit erbeten“, sagt Achammer. Erst danach kommen die Bezirksobmänner ins Spiel. Diesen obliegt es, die „Neuen“ in die Abstimmung der Bezirksausschüsse, die im Laufe des Mais abgehalten und bei denen 22 der 35 Kandidaten auserkoren werden, zu integrieren. Zehn weitere Kandidaten werden im Block vom Obmann und LH auf die Liste gesetzt. Achammer will die Kandidatensuche bis zum 9. Juni abschließen.

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