Der geheime Kandidat
Die mächtige Lanafruit wählt am Freitag Nachmittag einen neuen Obmann. Langzeit-Chef Norbert Schnitzer ist der einzige Kandidat. Dennoch könnte es zu einer Ablöse kommen.
von Karin Gamper
Lanafruit, hervorgegangen aus der Fusion von Pomus und Lanafrucht/Ogol, gehört zu den größten Obstgenossenschaften des Landes. 380 Mitglieder zählt der Lananer Betrieb, die bewirtschaftete Fläche umfasst 900 Hektar.
Obmann ist seit der Gründung im Jahre 2009 Norbert Schnitzer. Zuvor war der Großbauer aus Lana ab 1976 Vorstandsmitglied der Pomus. Norbert Schnitzer ist somit ein Urgestein des Lananer Genossenschaftswesens mit politischer Vergangenheit. Er war für einige Zeit auch SVP-Bezirksobmann im Burggrafenamt.
Vordergründig schaut es ganz danach aus, als ob Norbert Schnitzer seine Langzeit-Obmannschaft bis auf weiteres fortsetzen wird. Am Freitag findet am Sitz der Lanafruit in der Bozner Straße in Lana die jährliche Vollversammlung statt. Nach drei Jahren steht diesmal wiederum die Neuwahl der Führungsspitze an. Einziger Obmann-Kandidat ist Norbert Schnitzer.
Doch nicht alle Mitglieder sind zufrieden mit dieser bulgarischen Auswahl. Schnitzer ist eine polarisierende Persönlichkeit, es gibt bereits seit mehreren Jahren Bestrebungen von einzelnen Gegnern, Schnitzers Obmannschaft zu beenden und die Genossenschaftsspitze im Sinne einer Verjüngung zu erneuern. Stets mit mäßigem Erfolg. Und Norbert Schnitzer soll, so heißt es aus gut informierten Kreisen, auch viel daran gesetzt haben, dass am Freitag kein Mitbewerber auf dem Stimmzettel steht.
Trotzdem kursiert unter den Dissidenten ein Favorit, der sich auch schon bereiterklärt haben soll, im Falle der Stimmenmehrheit als Obmann bereit zu stehen.
Da die Wahl in geheimer Abstimmung erfolgt, ist es somit durchaus möglich, dass sich der Kandidat aus dem Hintergrund durchsetzt. Die Vollversammlung verspricht also doch noch spannend zu werden.
Kommentare (4)
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