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Das Cascade-Dilemma

Die Diskussion um die Finanzmisere in Sand in Taufers geht weiter: Bis Jahresende soll ein Darlehensvertrag mit dem Land vorliegen. Aber die Zweifel bleiben.

von Silke Hinterwaldner

In vielem ist man sich einig: Samt und sonders sind alle Gemeinderäte in Sand in Taufers der Ansicht, dass man im Altersheim St. Josef investieren muss – dies obwohl man im Rathaus oft genug nicht weiß, woher man das Geld nehmen soll.

Die finanziellen Sorgen waren wieder einmal das bestimmende Thema in der Sitzung des Gemeinderates. Die schwierige Frage, wie man die Geldsorgen beheben könnte, scheidet denn auch die Geister im Gemeinderat.

Während Josef Nöckler und die Opposition von Bündnis Taufers 2010 sich dagegen versperrt, die Steuern zu erhöhen, sehen Bürgermeister Sigfried Steinmair und die Mehrheit wohl keinen anderen Ausweg.

Aber der Reihe nach: In den vergangenen Monaten haben die Gemeindeverwalter mit dem Landeshauptmann über ein zinsloses Darlehen beraten. So sollte das Land der Gemeinde Sand in Taufers gut zehn Millionen Euro ausbezahlen, dieses Geld muss in den kommenden 25 Jahren rückerstattet werden.

Der Haken dabei: Dieses zinslose Darlehen ist an die Bedingung gebunden, die Steuern in Sand in Taufers empfindlich zu erhöhen. So sollte der Irpef-Zuschlag von 0,5 Prozent wieder eingeführt werden und die Erschließungskosten würden von sechs auf acht Prozent erhöht. Alles sehr unpopuläre Maßnahmen.

Weil aber kein Politiker gern über Steuererhöhungen spricht, gehen auch SVP-intern die Meinungen auseinander. Nicht nur die Gemeinderäte der Opposition, auch mehrere Gemeinderäte der Mehrheit haben arge Zweifel daran, ob man jetzt tatsächlich die Bürger zur Kasse bitten soll.

Aber die Finanzsituation ist prekär. Nach dem Bau des Hallenbades Cascade ist die Verschuldung der Gemeinde in die Höhe geschnellt, da nützt es auch wenig, dass Sand in Taufers an und für sich eine Kommune ist, die über vielfältige Einnahmequellen verfügt.

Aber wie soll man jetzt schnell zu Geld kommen? „Ich“, sagt Gemeinderat Nöckler, „werfe der Gemeindeverwaltung vor, zu wenig zu tun, um Kosten einzusparen.“

Er hat deshalb eine ganze Liste mit Maßnahmen vorgelegt. So könnte man etwa Immobilien oder Grundstücke mit geringer strategischer Bedeutung veräußern. Das Abstimmungsergebnis zu diesem Tagesordnungspunkt spricht jedoch eine deutliche Sprache: die Opposition dafür, die SVP dagegen.

Ähnlich das Abstimmungsverhalten auch bei der Bestellung des neuen Präsidenten der Sportcenter GmbH, also jener Gesellschaft, von der die Cascade geführt wird.

Nach dem Rücktritt von Kurt Pörnbacher wurde Karl Weger aus Mühlen als Nachfolger eingesetzt. Aber die Gemeinderäte der Opposition nahmen an der Abstimmung nicht teil, weil sie zu spät und zu wenig ausführlich über diesen Schritt informiert worden waren.

 

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