„Nicht an den Pranger“

In Rom wird das Gesetz zur Homo-Ehe auf die lange Bank geschoben. Warum sich Hans Berger klar für den Entwurf ausspricht.
Von Matthias Kofler
Wieder schwarzer Rauch in Rom: In der Debatte um die eingetragenen Partnerschaften hat sich die Bilanzkommission im Senat auch am vergangenen Mittwoch nicht zu einem positiven Gutachten durchringen können. Der Gesetzentwurf der PD-Politikerin Monica Cirinnà soll erneut überprüft werden. Damit dürfte sich die Verabschiedung des Gesetzes in der Aula weiter verzögern. Eine Genehmigung noch vor der Sommerpause wird immer unwahrscheinlicher.
Indes spricht sich SVP-Senator Hans Berger klar für den Entwurf aus: „Ich bin für die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften, vorausgesetzt diese werden nicht mit der Ehe gleichgestellt und werden nicht zum Ersatz für die Ehe.“ Sprich: Anerkennung und Legalisierung ja, Adoption nein.
Der Senator geht davon aus, dass sich eine Mehrheit für den Entwurf finden lässt – „trotz heftigen Widerstands von einigen politischen Gruppierungen“. Die Zeit sei reif, sagt Berger. Man müsse die Zeichen der Zeit erkennen und von den neuen Lebensformen Notiz nehmen. Die Freiheit des Einzelnen sei größer geworden. „Es muss die persönliche Freiheit des Einzelnen gewährleistet sein“, betont der Senator.
„Jeder kann seine Neigungen ausleben, ohne deswegen an den Pranger gestellt oder verpönt zu werden, wie es noch vor zwei Jahrzehnten der Fall war.“ Mit der Verabschiedung des Gesetzes passe sich Italien dem europäischen Standard an, so Berger.
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